Historie der Baugenossenschaft Lahr eG

1920

Nach dem Ende des 1. Weltkriegs litten die Bewohner der Stadt Lahr insbesondere unter einer großen Wohnungsnot. Aus dieser Not heraus gründeten einige Bürger der Stadt Lahr am 29. April 1920 eine Baugenossenschaft mit dem Ziel, für einkommensschwache Bürger akzeptable Wohnungen zu schaffen. Es entstand die: Arbeiter-Baugenossenschaft Lahr eG.

Durch die Unterstützung der Stadt Lahr entstanden die ersten Genossenschaftswohnungen. So sind 87 ehemalige Stallbauten – nebst Grundstück – des Feldartillerie-Regiments durch Schenkung der Stadt Lahr an die Genossenschaft gegangen, verbunden mit der Auflage, diese Stallungen in Einfamilienhäuser umzubauen.

Bereits 1920 konnten die ersten Mieter in die neue Wohnsiedlung mit dem Namen „Friedensheim“ einziehen. Hiermit war der Grundstein für die heutige Baugenossenschaft gelegt. Die damalige Arbeiter-Baugenossenschaft konnte darüber hinaus entscheidend zur Linderung der Wohnungsnot nach dem 1. Weltkrieg beitragen.

1926

Während der Inflation in den 20er Jahren kam die Bautätigkeit erst einmal zum Erliegen, aber ab dem Jahr 1926 folgten dann zahlreiche Bauprojekte wie die Siedlung „Lindenhof“ mit 30 Einfamilienhäusern sowie 16 Mehrfamilienhäuser im Ernet und am Schützenplatz. Auch hier fand eine Unterstützung durch die Stadt Lahr statt, die den erforderlichen Grund und Boden in Erbbaupacht zur Verfügung stellte.

1942

Auf staatliche Anweisung wurden am 22. Februar 1942 die damaligen drei in Lahr ansässigen Genossenschaften, die Arbeiter-Baugenossenschaft Lahr eGmbH, die Wohnungsbaugenossenschaft Lahr eGmbH und die Baugenossenschaft Dinglingen eGmbH verschmolzen. Die durch die Fusion entstandene Baugenossenschaft Lahr eGmbH wies nunmehr einen Bestand von 166 Häusern mit 375 Wohnungen aus. Hierin waren auch zwei Ladengeschäfte und eine Werkstatt enthalten. Die Anzahl der Mitglieder belief sich zu diesem Zeitpunkt auf insgesamt 577.

Bei einem Bombenangriff kurz vor Kriegsende im Jahr 1945 wurde die Siedlung Friedensheim verheerend zerstört, darunter das damalige Büro der Genossenschaft  Dies war für die Baugenossenschaft ein schwerer Verlust, aber noch schwerwiegender war, dass bei dem Luftangriff der damalige geschäftsführende Vorstand und weitere 21 Menschen ums Leben kamen.

Der entstandene Kriegsschaden bei der Baugenossenschaft war enorm. Neben den zahlreichen - total oder teilweise - zerstörten Häusern entstanden durch die Druckwellen der Bomben und Splittereinwirkung auch an vielen anderen Gebäuden beträchtliche Schäden. Die Aufgaben, die nun auf die Genossenschaft nach Kriegsende zukamen waren daher sehr schwierig  Es galt, die verlorenen Wohnungen wieder aufzubauen und an den beschädigten Gebäuden mussten notwendige Instandsetzungsarbeiten durchgeführt werden.

Nach Ende des Krieges war die Lage auf dem Wohnungsmarkt in Lahr katastrophal. Es herrschte wieder einmal große Wohnungsnot, was den Wohnungsbau deutlich forcierte. Die Stadt Lahr griff wieder unterstützend ein und stellte weitere Grundstücke in Erbbaupacht der Baugenossenschaft zur Verfügung.

1949 - 1960

Im Jahr 1949 wurde der erste Nachkriegsbau in der Ludwig-Frank-Str. 2/4 fertiggestellt. Bis einschließlich 1960 wurden insgesamt 19 Gebäude mit 149 Wohnungen gebaut. Unter anderem wurde 1955 das Gebäude in der Friedrich-Geßlerstr. 5 auf einem Erbbaugelände der Deutschen Bundespost erstellt, welcher den Postbediensteten vorbehalten war. Des Weiteren wurden die Objekte Ernetstr., Lindenhof und Schützenplatz generalüberholt.

Um diese Neubauten finanzieren zu können, wurde auf die Hilfe des Staates zurückgegriffen, der günstige Hypothekendarlehen zur Verfügung stellte. An diese Darlehen waren jedoch immer Bedingungen geknüpft. So durften diese Wohnungen nur an bestimmte Personengruppen vermietet werden, wie z.B. Kriegsgeschädigte, Heimatvertriebene oder Umsiedler. Dieser Umstand führte oft zu Missmut in der Bevölkerung.

Seit der Gründung im Jahr 1920 bis 1962 hatte die Baugenossenschaft 11 geschäftsführende Vorstände. 1962 wurde Herr Otto Rupp neu in den Vorstand berufen und gleichzeitig mit der Geschäftsführung der Genossenschaft beauftragt.

Unter Herrn Rupp wurde die Bautätigkeit fortgesetzt. 1966/67 wurde die Schwarzwaldstr. 71 – 81 mit 44 Wohnungen sowie 1970 und 1987 die Wohngebäude Vogesenstr. 7 und 9 mit jeweils 16 Wohnungen erstellt.

1990

Große Veränderungen gab es wieder in den 90er Jahren durch die massiven Zuwanderungen aus Osteuropa. Die Wohnungsnot war wieder allgegenwärtig. Zudem lösten die kanadischen Streitkräfte 1993 ihren Standort in Lahr auf, dadurch wurden ca. 1.000 Wohnungen in Lahr frei. 87 von diesen Wohnungen gingen per Mietvertrag in die Verwaltung der Genossenschaft über. Diese wurden von der Genossenschaft instandgesetzt und weitervermietet. Damit konnte die Nachfrage nach günstigen Wohnungen teilweise befriedigt werden.

Gleichzeitig wurde immer deutlicher, dass größere Renovierungsarbeiten für den Althausbesitz erforderlich wurden. Um den Wert des Wohnungsbestandes auf Dauer zu erhalten, wurde der Schwerpunkt der Tätigkeit auf die Instandhaltung und Modernisierung der bestehenden Gebäude gelegt.

In dieser wechselhaften Zeit trat der damalige geschäftsführende Vorstand Herr Otto Rupp im Jahr 1991 in den Ruhestand und übergab die Geschäftsleitung an Frau Heidi Lehmann.

Die 87 bundeseigenen Wohnungen wurden schließlich 1997 von der Baugenossenschaft gekauft. 1999 wurde in der Vogesenstraße 5 ein Gebäude mit 16 Wohnungen gebaut.

2015

Schließlich wurde im Jahr 2015 mit der Realisierung des Neubauprojekts „Gartenstadt an den Eisweihern“ begonnen. Es handelt sich um eine attraktive, moderne Wohnanlage mit zwei Gebäuden und 24 Mietwohnungen. Nach zweijähriger Bauzeit wurde das Projekt fertiggestellt.

2016

Im Herbst 2016 trat die Vorständin Frau Heidi Lehmann - nach 25 jähriger geschäftsführender Tätigkeit - in den Ruhestand. Im Zuge der Veränderung im Vorstand wurde die Anzahl der Vorstandsmitglieder von bisher drei auf zwei reduziert.

Zum neuen geschäftsführenden Vorstand  wurde Herr Christoph Wezel bestellt, als weiterer Vorstand ist seit 1997 Herr Gerhard Albrecht tätig.

 

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